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06. MS TINA F.

Reederei Friedrich Fiege und Steuermann Haack aus Krautsand. Unterscheidungs-Signal: DCNJ, BRT: 174, NRT: 108, tdw: 300, Länge: 35,23m, Breite: 7,28m, Seitenhöhe: 2,60m, Motor: ein 4 – Takt, 6 - Zyl., Masch: Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Köln Pse:280, Kn: 9,5, Heimathafen: Krautsand. Bauwerft: C. Lühring, Brake. Stapellauf: 09.09.1961 / Ablieferung: 14.09.1961. Gebaut ist das Schiff für die Harener Reederei Stephan Jüngerhans. 1966 wurde das Schiff veräußert an Partenreederei F. Fiege & W. Haack, Krautsand. Umbenannt in MS “TINA F“. 1974 kaufte die Reederei, Gebrüder Steffens aus Emden, nannten es MS TINA S. 1975 wurde das Schiff zum Tanker umgebaut. 1978 war der Heimathafen Bernersiel. 1990 wurde das Schiff an die Reederei Bitunamel Feldmann,  Lübeck, übergeben, umbenannt in TMS BITUNAMEL VI. 1995 war das Schiff noch in Fahrt. Nach telefonischer Auskunft ist die Tina F als Tankschiff TMS Bitunamel VI im März 2011 noch in Fahrt.                           Fünfzig Jahre hat das stolze Schiff schon auf dem Buckel und hat vieles gesehen.                                     Also doch mal wieder eine deutsche Wertarbeit, die damals abgeliefert wurde.

Eine kleine Geschichte der TINA F - Ein Fahrensmann erzählt:                                                                    Nun war es soweit. Am 10.03.1967 musterte ich auf dem Küstenmotorschiff MS TINA F als Kochsjunge an. Reeder war zu dieser Zeit Kapitän Friedrich Fiege, der auch seinerzeit das Schiff führte. Der Steuermann war wohlgenährt und hieß W. Haack. Beide kamen aus den Orten an der Unterelbe Krautsand bei Drochtersen, Wischhafen. Soweit ich mich noch erinnern kann, war Steuermann W. Haack Miteigner. Die Frau fuhr als Köchin mit an Bord, und war wahrscheinlich auch als Matrose gemustert. So sparte man früher in der Küstenschifffahrt einen Matrosen und die teure Heuer dazu. Eigentlich war ich ja als Kochsjunge gemustert, aber ich habe an Deck gearbeitet, was nicht verkehrt war, denn man lernte ganz andere Seemannsarbeiten als nur das Kochen und abwaschen. Das Schiff fuhr in der Nord- und Ostsee, Dänemark, vor allem den Hafen Rönne auf Bornholm, Kastrup auf der Insel Amager, Fridericia, Aarhus, Esbjerg, Aalborg, Skive, Randers. Dann auch nach Hamburg durch den Nord-Ostsee-Kanal, Kiel-Holtenau, Rendsburg und Brunsbüttel.  Damals wurde hier noch viel gebunkert und Proviant übernommen, meist sind wir dann auch über Nacht geblieben. In Rendsburg bin ich auch an Land gegangen und habe mir das Städtchen angeschaut. Dann fuhren wir Richtung Brunsbüttel und schleußten hinein in die Unterelbe, Richtung Hamburg. Ich glaube, wir hatten Getreide geladen. In Hamburg war ich froh,  das wir eine Nacht dort lagen, denn das war ja meine Heimatstadt und ich ging an Land. Unten am Fischmarkt, wo der Rest meiner Familie wohnte, besuchte ich ein paar Gaststätten, wie z. B. den „Fischkutter“, das „Fischerhaus“, „Under Island“, den „Elbblick“, die „Niemanns Hafenbörse“, wo wir immer gefrühstückt haben, als ich auf den Kuttern von Finkenwerder fuhr. Auch zu erwähnen Georg Pool, die Gaststätte „Schellfischposten“ und gegenüber Emil Flint „Zum Kompass“, „Eiercoors“ und Gaststätte „Länger“ und die „Holzbude“, oben am alten Fischmarkt. Dann war da noch „Berni Fick“,  aber eigentlich wollte ich ja über die schönen Reisen der TINA F berichten. Als wir in Hamburg gelöscht und den Laderaum gereinigt hatten, bekamen wir eine Ladung Schrott, die sollte nach Duisburg gebracht werden. Dann ging es die Elbe hinunter Richtung Nordsee, aber vorher liefen wir den Hafen Krautsand an, denn dieses war ja der Heimathafen der TINA F. Auch hier blieben wir eine Nacht, so lernte ich auch einmal Krautsand kennen. Ein Schiff lag auf Schlick und wurde von Muscheln befreit, um später einen neuen Anstrich zu bekommen. Das war teilweise so üblich, das die kleineren Kümos bei Flut auf Schlick gesetzt wurden, und bei Ebbe dann dran gearbeitet. Sparte ja auch viel Kosten und man mußte ja nicht immer gleich in die Schiffswerft. Am anderen Tag ging es dann weiter als die Flut da war. Es ging Richtung Neuhaus an der Oste durchs Sperrwerk, dahinter kam dann die historische Schwebefähre Osten. Die Oste verbindet mit ca 153 km Länge die Weser und ist wohl auch der längste Fluss zwischen der Elbe und der Weser, von Tostedt zur Mündung in die Elbe bei Neuhaus und Balje. Dann kamen wir in die Weser und fuhren weiter auf dem Weser-Ems-Kanal Richtung Emden, zur Ems Richtung Borkum. Dann ging es nach Delfzil. Dort war ich auch an Land und habe roten Genever getrunken, wenn ich daran denke, schüttele ich mich heute noch. Und wenn ich mich noch erinnern kann, weiter irgendwie sind wir dann zum Isselmeer hineingelangt. Es war zu dieser Zeit nicht sehr klein, wurde dann später leider zum Teil zugeschüttet. Dann waren wir durch und kamen in die Kanäle. Es war eine wunderschöne Landschaft, denn die Natur hat mich schon immer begeistert. Auch wie die Niederländer (Holländer, Dutschmänner) lebten, fast keine Gardinen vor den Fenstern. Wenn die Häuser dichter am Kanal dran wären, hätte ich vom Schiff aus fernsehen können. Wir fuhren an Hausbooten vorbei, durch kleine Orte. Dann endlich waren wir in Amsterdam. Dort waren Schleusen, die wir selbst mit der Hand bedienen mußten, um weiter zu kommen. Endlich war es soweit. Wir waren auf dem Rhein. „Oh du wunderschöner Deutscher Rhein“. Wäre ich auf diesem Schiff nicht angemustert, hätte ich wahrscheinlich diese schönen Ecken von Deutschland und Holland nicht kennen gelernt. Dann kam, glaube ich, die Zollgrenze. Wenn mich nicht alles täuscht, war es Emmerich am Rhein. Wir wurden Ein- oder Ausklariert, oder, wie das sich schimpfte. Dann ging es weiter Richtung Duisburg. Was ich noch erwähnen möchte, wenn ein Hindernis kam, z. B. eine Brücke, dann wurden die Masten des Schiffes geklappt um weiter zu kommen. Ich habe auch unterwegs gesehen, das andere Schiffe ganze Brückenhäuser abklappten. Auf dem Rhein gab es frisches Gemüse, Obst, Proviant und sogar die Aktuelle Zeitung, denn hier winkte man und ein Schiffshändlerboot kam längsseits und verkaufte diese Artikel. Hm, die frischen Brötchen (Rundstücke) waren nicht schlecht. In Duisburg kamen wir mit unserem Frachter aber nur bis zur ersten Brücke. Das machte aber auch nichts, denn hier war unser Liege- und Löschplatz.

Ich bin auch dort an Land gegangen und habe bestimmt irgendwo ein paar Bier getrunken. Am nächsten Morgen ging das Arbeitsleben an Bord ja weiter. Persennige und Schalklatten und Keile entfernen und die Luckendeckel schwingen, dann auch noch die Scheerstöcke verschieben,  damit der Greifer für den Schrott auch entladen kann. Die Rückreise bestand mit einer Ladung Kohle nach Dänemark,  Esbjerg. Das war auch ein schöner Hafen, wo ich nur einmal im Leben gewesen bin. Wir fuhren Richtung Amsterdam/ Rotterdam die Schelde raus, an Huk van Holland vorbei, und ließen an Steuerbord die Niederlande, Scheveningen. Dann  kam der Dollart, der Fluss die Ems, und die Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. An den Jadebusen mit dem Fluss Jade, vorbei wo die Marinestädte Wilhemshaven und Varel liegen. Dann die Mündung der Weser, wo erst Bremerhafen und dann erst die Hafenstadt Bremen kommt. Dahinter im Binnenland liegen auch noch die Seestädte Nordenham und Brake, Unterweser. Weiter ging die Seereise vorbei an Cuxhaven und die Elbemündung,  davor aber liegen die Inseln NEUWERK und SCHAARHÖRN.  Neuwerk gehört zur Freien- und Hansestadt Hamburg. An Backbord lassen wir dann unsere einzige Deutsche Hochseeinsel HELGOLAND liegen und nehmen Kurs auf Esbjerg (Dänemark). Die Nordfriesischen Inseln lassen wir an Steuerbord: Nordstrand, Pellworm, Hooge, Langeneß, Amrum, Föhr und Sylt.                                                                                                                                                            Die schöne Stadt Husum mit ihrer Schiffswerft, die so schöne Schiffe gebaut hat. Ich selbst bin auf der MS ARKTIS  gefahren und habe heute noch ein schönes Bild an der Wand, welches in Holland gemalt wurde. Da die Frau des Kapitäns ja kochte, wurde ich an Deck und in der Maschine eingesetzt. Roststechen, Mennige drauf und Pönen. Auch Maschinenpflege, ölen und kleinere Reparaturen, selbst Spleißen und Knoten, wurden gemacht. Die Luken, Persennige wurde, wenn wir in einem Hafen lagen und der Tag schön war, sowie viel Platz an der Pier, ausgebreitet und dann mit einem selbst gemischten Teer, Öl und wohl auch Farbgemisch mit der Malerrolle gerollt, damit kein Wasser eindringen kann. Dann endlich kamen wir in Esbjerg an und löschten unsere Ladung,  Kohle. Wir liefen dann wieder aus, die dänische Küste hoch, und in den Limfjord hinein. Der Bestimmungshafen war  Aalborg, auch Dänemark. Dort bekamen eine Ladung Kies zum Ostesperrwerk hin, denn dort wurde gerade gebaut. In Ballast ging es dann nach Brunsbüttel, durch den Nord-Ostsee-Kanal, früher Kaiser-Wilhelm-Kanal genannt. Vorbei an Rendsburg, unter den Hochbrücken, und der Schwebefähre, weiter nach Kiel-Holtenau zum Schiffsausrüster Zerssen & Co. Hier blieben wir die Nacht liegen, und man traf sich mit anderen Besatzungsmitgliedern der Küstenmotorschiffe. Hier lagen des öfteren Küstenmotorschiffe zusammen. Einmal in Brunsbüttel,  da war schlechtes Wetter angesagt, lagen mindestens 30 - 40  Kümos, drei, vier nebeneinander und suchten Schutz. Dann wimmelte es nur so in den Hafenkneipen, rund und in  Brunsbüttel. So war es auch in Kiel-Holtenau. Am nächsten Tag ging es weiter nach Bornholm, der Hafenstadt Rönne. Hier luden wir Getreide, welches wieder nach Hamburg ging, nach Neuhof, zu den riesigen Getreidesilos. Das Schiff war mit großen Saugern schnell leer, das Schiff wurde dann für die neue Ladung gereinigt. Aber erst einmal lagen wir einen Tag und eine Nacht mit dem Schiff an dem Außenkai, des Ausrüstungskais des Altonaers  Fischereihafens. Ich feierte an Bord. Meine Brüder waren auch gerade an Land, das passte  sehr gut. Es schauten auch noch zwei Fischerleute rein. Man kannte sich ja, wenn man dort wohnte, und selbst in der Fischerei gefahren ist. Nächsten Tag bekamen wir eine Ladung Koks vom Kirchenpauerkai. Da war so ein Fahrstuhl mit Kippvorrichtung für Waggons. Das Schiff war schnell voll geladen. Diese Ladung ging nach Helsingör, auch Dänemark.  Von dort bekamen wir Order nach Halmstadt, Schweden, um Holz zu Laden. Wir hatten das ganze Wochenende in Halmstadt mit den Touristenstränden Östertranden und Tylösand. Es war ein sehr warmer Sommer. Es lagen noch andere deutsche Küstenmotorschiffe im Hafen, die MS Gerfried und die MS Claus, beides deutsche Kümos. Der Fluss hieß Järn. Das war ein Wochenende nach meinem Geschmack. Eine Diskothek gab es auch und man ging baden und lernte auch ein Mädel kennen. Zum Glück machte diese junge Deern dort Urlaub und hatte ein Zelt. Denn das wäre niemals an Bord auf dem familiären Kümo gut gegangen, dafür war das „Kümilein“  achtern zu klein, oder doch? Die Familie als Eigner und Kapitän und Steuermann waren sehr nett. Am Montagmorgen kamen dann die schwedischen Schauerleute mit zwei Gang und bedienten unser eigenes Geschirr an Bord, zwei Bäume und zwei Winschen. Hieve für Hieve wurde an Bord geschwenkt und die Bretter wurden einzeln verstaut. Damals gab es noch kein Paketholz und wir lagen lange im Hafen. Mittwochmittag dann war das Schiff auch mit Deckslast beladen. Es wurde noch alles gelascht. Und dann ging es hinaus aus dem Hafen in die Halmstadtbucht, Kurs Kattegatt und dann durchs Skagerak  durch die Nordsee, Richtung New Castle, Upon-Tyne,  England.  Dort wurde das Holz noch langsamer gelöscht. Aber diese Goldene Zeit für Seeleute ist ja vorbei. Jedenfalls wurde auch noch gestreikt in England, und rund um die Insel war das ja schon in den Jahren so üblich. Eigentlich sollten wir wieder Kohle laden nach Dänemark, aber die Fracht wurde wohl fallengelassen wegen des Streiks, und wir liefen aus nach West – Hartlepool. Dort wurde noch nicht gestreikt und prompt war das Schiff voller Kohle. Diese ging aber durch den Nord-Ostsee-Kanal nach ODENSE, Dänemark. In Odense kamen wir rechtzeitig zum Wochenende an und hatten vier Nächte in der Stadt, was wir auch ausnutzten. Disco, Bars und ein Mädel waren auch dabei. Hier bekamen wir wieder Getreide, diesmal für Kiel im Kanal, bei den Silos. Als das Schiff gelöscht war, fuhren wir durch den Kanal Richtung Elbe. Weiter fuhren wir die Elbe rauf nach Hamburg-Neuenfelde, in die J. J. Sietas-Schiffswerft. Wohl eine der bekanntesten Kümowerften Deutschlands. Hier wird das Schiff nun überholt und alle anfallenden Arbeiten am Schiff repariert und ein neuer Anstrich kam auch dazu. Ich bin aber in dieser Werftzeit abgemustert und suchte ein größeres Schiff.                                                                                                                                                                           Am 14.03.2011 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

07. MS JULIUS HAUSCHILDT

08. MS FLETH

Ex. Agios Georgios Armas 1974 / ex Captain Komninos 1976 / ex. Eagle Sailor 1982 / ex. Eri 1983 / ex. Panagia Faneromeni 1985 / ex. Lambrini III 1988, Stapellauf am 03.011.1956 mit der Bau Nr.401 / Schiffswerft: J. J. Sietas, Neuenfelde / Reederei: Christoph Meyer, Hamburg / Unterscheidungs-Signal: DINS / BRT: 499 / NRT: 342 / tdw: 935 / Länge: 52,35m / Breite: 9,64m / Höhe: 4,05m / Motor: Klöckner Humboldt Deutz mit 500 PS / Heimathafen Hamburg. 1974 an die Venco Nav. Co Limassol (Cypern); 1976 an die Svolamar Shipping Co. Limassol (Cypern); 1979 beheimatet in Thassoloniki; 1980 an die G. Svolakis; 1981 an die Eagle Maritime Thessaloniki (Griechenland); 1982 Piräus behe

09. FMS Hans Pickenpack

Bei der Rickmers Werft, Bremerhaven, läuft der Heckfänger am 25. Juli 1964 mit der (Werftnummer 320) für die Reederei Fock und Pickenpack & Co, Hamburg, vom Stapel und wird als das Fang-Fabrik-Schiff  FMS Hans Pickenpack getauft und in Dienst gestellt. Unterscheidungs-Signal: DHNP, BRT: 1581, Heimathafen Hamburg, Fangfabrikschiff (Heckfänger), Dieser Neubau ist mit etwa 1581 BRT wesentlich größer als die bisher von Rickmers gebauten Fischereifahrzeuge. Fahrzeugnummer: HF 049, Bj. 1964, 78 bzw. 69 m Länge, 13,60 m Breite, Tiefe: 5,9m, 5,0 bzw. 6 m Seitenhöhe.                  2140 PS MAN-Diesel und hat ist noch mit einem elektrischen Schraubenzusatzantrieb mit 500 PS Leistung vorgesehen. Diese Anlage wird dem Neubau eine Geschwindigkeit von ca. 15 Knoten verleihen.                                                                                                                                                                   Der Heckfänger, Indienststellung für November vorgesehen, soll mit zwei Tiefkühlräumen sowie einem Wechselraum für Frischfisch und Tiefkühlware mit zusammen etwa 1000 cbm Fassungsvermögen ausgestattet werden. Verarbeitungseinrichtungen werden ebenfalls installiert, und zwar sind eine Filettiermaschine, eine Frosterei und eine Fischmehlanlage  vorgesehen. (Hat des Öfteren mal gequalmt im Fischmehlraum).

Auf diesem Schiff fuhr ich in den Jahren 1967 - 1968 als Kochsmaat, mit dem Netzmacher / Bestmann Klaus Dieter Meier, genannt auch Mieze (mein Schwager), Kapitän war Günther Werle.                           Ich bin auf diesem Schiff vom 30.09.1967 bis 10.02.1968 als Kochsmaat zum Fischfang unter Grönland, dann Labrador und Neufundland gefahren. Wir fischten Kabeljau, Rotbarsch, Schwarzer Heilbutt, Hering und andere Fische. Der Fang wurde an Bord als Filet verarbeitet. Von den Resten, Abfall, wurde Fischmehl hergestellt. Diese Reise dauerte über 4 Monate (genau vier Monate und 13 Tage). Aber wir waren ja zwischendurch genug an Land. Wir sind in dieser Zeit in folgenden Häfen gewesen: zum Bunkern in Holsteinborg (Grönland), Hauptstadt von Grönland war damals noch Godhab. Einmal liefen wir Godhab an und hatten wohl etwas zu reparieren.  Dort waren wir ja länger im Hafen als geplant. Da lief die Zeit. Als dann noch eine Landgangs Fährverbindung hergestellt werden mußte, war für uns Fischerleute ja wohl alles zu spät. Das große Schweinchen (ein 40-Mann Schlauchboot mit Verdeck), wurde von meinem Schwager Mieze Meier und seiner Heidelberg-Connection, Ede Martin und so weiter (eine Decksbesatzung, die immer zusammen fuhr und auch zusammenhielt), zu Wasser gelassen. Sie pendelten immer zwischen Hafenkai und dem Schiff hin und her, und brachten Eskimofrauen an Bord. Die wollten anderes Blut in ihren Familien und weiße Kinder. In Fähringerhafen wurden die Mädels sogar von den Vätern an Bord gebracht. Diese Mädels bekamen dann auch noch eine Wohnung und Dänische Kronen vom dänischen Staat. Mann, war da was los an Bord, ich sah nur noch Frauen, die Männer waren ja in der Koje verschwunden (was da gemacht wurde kann sich jeder Normaldenkende ja denken). Sie sahen zwar im Gesicht nicht so toll aus, aber in der Wildnis und der Ferne von der Heimat war das wohl auch egal. Ich habe ja schon viel gesehen und erlebt in der Seefahrt auf große Tankerfahrt und der schönen Kümofahrt,  Scandinavien und die anderen Europäischen Länder, aber so viele Frauen an Bord noch nicht. Und es kamen immer mehr. Wir waren auch im Dorfgemeinschaftshaus. Dort wurde getanzt. Auf der einen Seite saßen die Männer, und auf der anderen die Frauen, und wenn die Musik erklang (Musik war das aber für mich nicht), sprangen alle auf einander zu, dass sah lustig aus. Die Einheimischen und unsere großen Europäer mit ihren Fischerstiefeln (Seestiefeln). Tja lang ist her. Ich kann mich noch an die Weihnachtsfeier erinnern. Es hieß, einlaufen Heiligabend und Weihnachten feiern. Das war was, die ging so lange bis kein Sprit (Alkohol) mehr im Zollspind (Schapp) war. Den Kapitän hatten sie wohl irgendwo eingeschlossen, denn Essen mußte ich immer fertig machen. Es wurde sich wohl auch nicht mehr gemeldet über UKW, denn es war ja üblich, dass die Schiffe sich meldeten, auch wegen der Fangergebnisse. Dann hieß es, die Hans-Pickenpack war verschollen. Das wiederum wurde bemerkt und wir wurden auf See gesucht, von vielen Fischerei-Nationen. Russen, DDR, Polen, Norweger, Isländer und natürlich unsere eignen Fischerleute von Emden, Bremerhaven, Bremen-Vegesack, Cuxhaven und natürlich Hamburg, wo ja unsere Reederei Pickenpack ihren Standort hatte. Hamburg hatte damals noch die die Reedereien Cranzer, Koch, Carsten Rheder und Pickenpack, und nicht vergessen, die noch damalige sehr enorme Finkenwerder Flotte an Hochsee und Küstenfischer von ca.50 Kuttern. Irgendwann wurde wohl alles wieder nüchtern und der Werdegang des Fischens sollte weitergehen. Aber nix da, wir wurden nach Hamburg zurückbeordert und dampften dann Richtung Hamburg, wo wir mit gemischten Gefühlen ankamen. Was dann geschah war unglaublich. Wir wurden auch noch gekündigt. Die gesamte Besatzung nebst dem Kapitän Günter W. Nun lag das stolze Fangfabrikschiff, die Hans Pickenpack, im Hafen an der Ausrüstungskai und hatte keine Besatzung mehr. Das Schiff und konnte nicht auslaufen zum Fischfang um Geld zu verdienen. Es kam wohl jemand auf die Idee, alle, oder fast alle,  wieder einzustellen (Anheuern). Nur nicht der Kapitän, denn der konnte sich ja nicht durchsetzen. Irgendwie denke ich heute noch daran. Ein wenig tat er mir ja Leid, der Kapitän, denn der konnte ja nichts dafür. Na ja, das Leben ist hart an der Küste, aber gerecht. Dann gingen wir mit der nächsten Reise wieder einmal  Richtung Grönland und setzten das Schleppgeschirr am Kap aus. Dort fischten wir erst einmal Rotbarsch, was wohl nicht so doll war. Dann fischten wir an der Grönländischen Küste, an Holsteinborg (ein Bunkerhafen) und Fähringerhafen, und der damaligen Hauptstadt mit ca 3000 Einwohnern, vorbei auf Kabeljau und Heilbutt. Aber die Sommerzeit fing an, und es war nicht mehr viel zu fangen von diesem Fisch. Wir dampften noch einmal rüber nach Labrador und New Foundland, aber es wurde immer weniger Fisch. Nun bekamen wir Order nach St. Pierre und et Miggelon auf Hering zu gehen. Wir fuhren rüber nach St. Pierre et Miggelon (Französische Inseln). Hier wurde schon das  überladen auf Kühlschiffe gemacht, damit wir nicht die langen An-  und Abreisen zur Heimat hatten, dann weiter auf Heringsfang vor Neufundland, unter Kapitän Günther Werle aus Hamburg. Ich kann nur erzählen, so viel Fisch habe ich nur noch auf Bildern oder Filmen gesehen. Ausgesetzt ca.2 - 4 Stunden, wenn man nicht aufpasste, hatte man 2000 - 3000 Korb Hering im Netz. Den Büddel bekam man nicht hoch, so dass mein Schwager, Klaus Dieter Meier aus dem Saarland (Saarlouis) und seine Connection,  alle aus dem Süddeutschen Raum, Bestmänner, Matrosen, Leichtmatrosen und Netzmacher, ja es war eine Truppe für sich,  raus aufs Netz und es Aufschneiden mußten, denn es war einfach zu viel und man bekam das Netz nicht hoch. All de scheune Fisch wedder in de See, den möchte ich heute hier haben. Der mußte ja auch schnell verarbeitet werden, denn dieser Fisch war ein Weichfisch und drückte sich schnell kaputt. Einmal sind wir St. Pierre angelaufen und wir gingen an Land. Oh, da ging es schon wieder los. Polizisten eingesperrt und die Insel war unser. Hatten wir ein Glück, denn bei der Nachbarinsel war die französische Marine stationiert. Wir bekamen  dort auch Proviant, unter anderem Kartoffeln, die waren so groß wie Kindsköpfe und passten nicht in die Kartoffelschälmaschine. Wir fischten dann wieder bis der Dampfer voll war und dampften Richtung Heimat,  meiner Heimat und Geburtsstadt Hamburg-Altona. Dann machte ich erst einmal Urlaub. Denn vier Monate und dreizehn Tage waren genug auf See. Ich mußte das erlebte erst einmal verknusen, ging dann auf dem Campingplatz am Falkensteiner Ufer. Da ich drei Butterkartons (Deputat) voll Fischfilet hatte,  wurde in jedem Zelt und Wohnwagen Fisch gebraten. Ich glaube,  die ein- und auslaufenden Schiffe rochen den Fisch. In diesem Jahr 1967 verstarb auch mein Vater Willi (mit einem Arm),  bekannt unter den Seeleuten. Dann ging ich auf das Schwesterschiff FMS Julius Pickenpack. Es war auch von der Reederei Pickenpack, unter Kapitän Willi Dahnke, als Schlachterkochsmaat. Ein sehr guter Fischfänger, auf dem wir sehr gutes Geld verdienten aber dazu später.                                                      Wir waren 78 Mann, davon drei in der Kombüse, an Bord. Es gab alle 6 Stunden etwas Warmes zu Essen, auch nachts.                           ****Nachts immer nur Fisch*****                                                        1975 war dann der Umbau  HANS PICKENPACK zum Bergungs- und Taucherschiff Taurus, gehörte dann der Reederei Harms, U. HARMS.

Erlebtes vor Grönland mit den Dory Fischern auf dem Heckschlepper: FMS Hans Pickenpack                                                                                                                          In der oder bei der Marlene Bucht, in der Nähe von Godhap-Nuuk, die Hauptstadt von Grönland, unter der Dänischen Verwaltung. Ein Doryfischer ist genannt nach dem Boottyp: Dry, Doriboot, ein kleines Ruder- und Segelboot (Hilfsboot) in der Fischerei. Die Boote waren zwischen 3-5 Meter. Sie waren so gebaut, dass man diese sehr gut an Deck eines Segelschiffes stapeln konnte. Mit diesen Schiffen ruderten Portugiesische Fischer hinaus auf See unter Grönland, Neufundlandbänken und andere Fischbänke. Dort wurden Langleinen und Handangeln eingesetzt, man angelte Kabeljau (Bacalau). Bis zu einer Tonne Fisch sollen die Boote geladen haben, vorstellen kann ich mir das heute immer noch nicht. Es war eisige Kälte da draußen, und  sie waren alleine in so einem Boot. Aber dieser gesalzene und getrocknete Kabeljau ist nun mal eines der Hauptgerichte der Portugiesen. Auf alle Fälle war diese Art zu fischen sehr beschwerlich und gefährlich, und es war immer ein Existenzkampf portugiesischer Fischerleute vor den Küsten Neufundlands und Grönland. Zweimal sah ich beim Fischen mit der FMS Hans Pickenpack, ein Fangfabrikschiff, diese Doryfischer in Ihren kleinen Booten beim Angeln. Einmal war Nebel und wir Trieben, um Geschirr zu reparieren und Netze zu flicken, da waren wieder welche beim Fischen. Mein Schwager, Klaus Dieter Meyer, genannt Mieze, und die Decksbesatzung, schmissen das Boot, welches längsseits bei uns war, schnell voller Kabeljau und eine Flasche Schnaps hinterher, endlich mal eine gute Geste und Tat unsererseits. Eigentlich konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass es erlaubt war, mit Segelschiffen und über Hundert solcher Dorys (für mich waren das Paddelboote wie auf der Alster), die dann noch mit Menschen, die Fisch nach Hause zum Schiff bringen mussten, um etwas zu Essen und zu trinken zu bekommen, besetzt waren. Aber das war ja nicht Deutschland. Hatten wir es doch gut mit unseren modernen Fangfabrikschiffen. Als wir am Kap Varvel mit der Hans oder Julius Pickenpack ankamen, setzten wir immer die Netze aus und gingen erst einmal auf Rotbarschfang. Rotbarsch ist ein sehr begehrter Tiefseefisch und erzielte damals schon gute Fangerlöse für die Mannschaft, den Kapitän und der Reederei. An die Weihnachtsfeier auf der Hans Pickenpack denke ich heute immer noch. In Cuxhaven wurde ich einmal im Fischereimuseum angesprochen, ob ich auch auf der Hans Pickenpack war, die von Fischdampfern damals gesucht wurde. Da wir uns ja nicht gemeldet hatten. Wir waren ja Feiern, bis nichts mehr im Zollspind war, aber irgendwann war auch dieses vorbei und wir fuhren nach Hamburg zurück.                     Am 10.11.2012 geschrieben Copyright by H.J. Fischer 

10. FMS JULIUS PICKENPACK

Reederei: J.Pickenpack; Unterscheidungs-Signal: DIBL; BRT: 1564; Heimathafen Hamburg.
Auf diesem Schiff bin ich 1968 als Schlachterkochsmaat gefahren, unter Kapitän Willi Dahnke und Koch Willi Scholz, der Jahrzehnte bei dieser Reederei war. Kapitän Willi Dahnke war ein sehr guter Fischfänger. Er hatte eine Nase dafür, wo der Seelachs, Kabeljau, Rotbarsch, Heilbutt oder Hering steckt. Hier waren wir drei Mann in der Kombüse. Es gab morgens, mittags, abends und sogar nachts warmes Essen. Wenn ich mich noch richtig erinnern kann, waren wir 78 Mann Besatzung. Viele Portugiesische Fischwerker, Matrosen, Netzmacher, Bestmänner, Kapitän und Steuerleute. Dann darf man das Maschinenpersonal nicht vergessen. Schief, Assi, Reiniger, Schmierer und Motorenwärter. Selbst für die Fischfilitier-Anlagen fuhr immer einer mit von der  Firma BAADER aus Lübeck. Wir haben sehr gut gefangen, unter Willi Dahnke, denn wir bekamen immer noch nach Prozente bezahlt. Ich glaube, damals gab es auch schon eine kleine Festheuer. Wir fischten Nordnorwegen, Shetlands, Färöer, Grönland, New Foundland und auf Hering nach den Inseln St.Pirre et Miggelon (Französische Inseln). Der Fisch wurde Filetiert und vorgefrostet in Platten, dann im Laderaum verstaut. Es begann auch die Zeit des Rüberlöschens auf Kühlschiffe, die dann längsseits kamen. So konnte man gleich weiterfischen und man sparte sich die An- und Abreise, denn ein Dampftörn dauerte etwa ca. 5-7 Tage.                                                                                                                                                                                     Am 01.01.2011 Copyrigt by Hans-Jürgen Fischer - Weiterer Text folgt

 

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