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11.   MS Hanngrid

Heimathafen: Stade, ex VANIA H, ex ASPA III, Bawerft: Stader Schiffswerft GmbH; Bj. 1956, Reederei: Gustav Krönke & Tom Wörden, aus Drochtersen/Basbeck, 1973 an Heinrich Nagel, 1974 an E.Stavros.Piräus (Griechenland) als VANIA H, 1976 an die Limini Shipping Co Ltd. Limassol, 1982 an Syrianos Bros Piräus Griechenland umbenannt in ASPA III, 1989 mit dem Heimathafen Mytilene (Griechenland), 1990 an Panagiotis Syrianos und war 1995 immer noch in Fahrt. Unterscheidungs-Signal: DFTT, BRT: 422/ 499,21, 1967 nach der Verlängerung. NRT: 286; tdw: 910; Länge: 48,73m; Breite: 8,83m; Höhe: 3,90m; Knoten ca.9 Meilen.                                                                                            Hier fuhr ich als Kochsmaat in der Holzfahrt Schweden, England und Dänemark in Charter für die schwedische Firma Aktienbolaget TH Scheele aus Halmstadt, der auch immer unser Ausgangshafen war. Kapitän Herman Eenboom war ein sehr guter Kapitän. Seine Ehefrau Monika fuhr meistens mit der kleinen Insa, die Tochter war damals ca. fünf Jahre alt, mit. Wir passten schon auf, das die Insa nicht durch die Klüsen fiel. Dann war da noch der erste Matrose, Bully genannt, weil er so korpulent war. Mit Bully hatte ich etwas Verstimmung, aber dazu später. Noch einige Namen, die auf der Hanngrid gefahren sind: Reinhold Farber (genannt Langer), Decksmann (genannt Ziege), Helmut Emde (Spitzname vergessen).                                                                                                                         Diese so genannten Kümos besaßen in der Kombüse einen 4 Flammen Gasherd, der mit Gasflaschen betrieben wurde. Auch das mußte immer gut organisiert werden, weil es zur damaligen Zeit noch nicht überall diese Euronorm Anschlüsse gab. In Schweden, Dänemark, England oder Deutschland gab es meist verschiedene Anschlüsse und des Öfteren mußte man umstöpseln. Aber viele hatten auch so genannte Ölbrenner in der Küche als Herd. Bei diesen Herden konnte man lange das Essen warm halten. Und als dann die ersten Neubauten der Container-Generation kamen, waren die Herde schon mit Strom. Auch die Küchen waren sehr gut gebaut. Es gab einen Kühlraum für Gemüse, und extra einen Frostraum.  Meist gingen die Messen von der Küche ab, so dass  man auch gleich die Mannschaft bedienen  konnte. Es gab ja auf diesen kleineren Schiffen keine Stewards. Mit diesem Schiff fuhren wir auch im gleichen Törn Halmstadt (Schweden), West Hartlepool (England) mit Holz. Das Holz wurde damals noch einzeln geladen, Brett für Brett. Die Liegezeiten waren wunderbar für uns Seemänner. Eigentlich waren wir wie eine große Familie und ich wundere mich heute immer noch,  warum ich nicht in Schweden geblieben bin, denn verlobt war ich ja in Halmstadt. In West Hartlepool wurde dann das Holz gelöscht. Das wurde auch wieder einzeln in Hieven gestaut. Meistens bekamen wir als Rückladung Kohle für Dänemark nach Skive,  Aalborg, Randers, Kolding, Logstör. Selbst nach Skagen sind wir gefahren, wenn dort Kohle benötigt wurde. Aalborg lag im wunderschönen Limfjord in Dänemark. Des Öfteren hatten wir auch in Aalborg Liegenächte mit dem Schiff. Hier gab es eine Diskothek  und auch Kneipen. In Aalborg bin ich auch auf der MS „Hanngrid“ eingestiegen (angemustert).  Ich bin damals noch mit dem Taxi, mit Taxi-Willi, von Hamburg nach Aalborg Dänemark gefahren. So  verrückt waren wir teilweise als Seeleute, für 500,00 DM Festpreis. Das war aber ein Taxifahrer unten am Fischmarkt. Man kannte sich, und viele aus der Seefahrt  hatten einen so genannten eigenen Fahrer. Wir kannten uns aber auch Privat. Matrose R. Farber,  genannt Langer, wohnt und arbeitet, wohl auch verheiratet, in England. Matrose Ziege, sein Spitzname, kenne ich nicht mit richtigen Namen. Dann war da noch Helmut Emde, auch Matrose und Bootsmann Bully, ein Brecher vor dem Herrn. Mit Bully konnte man immer viel Spaß an Land haben. Bully, wo bist Du bloß geblieben. In welcher Ecke dieser Welt bist Du hängen geblieben? Mein Bruder, Rainer Fischer, war auch auf der MS Hanngrid als Decksmann.                                                                                                Stolz fuhren wir mit dem Wappen am Bug mit der MS Hanngrid und der MS Atlantis, sowie die MS Gerfried (die auch meistens von Halmstadt aus fuhr), von Drochtersen an der Unterelbe bei Wischhafen und Krautsand in die Welt hinaus. Und wenn wir auch nur die Nord- und Ostsee befuhren, wurden wir doch sehr oft gefragt, wo denn die Stadt STADE liegt. Denn das war unser Heimathafen am Heck des Schiffes. Ja, wir Halmstadtfahrer, waren Stolz auf Halmstadt und unsere Schiffe. Da wir sehr selten nach Deutschland kamen, höchsten mal in die Werft aber einmal waren wir in Göteborg in Schweden in der Werft. Macht aber gar nichts, denn die meisten von uns hatten ein Mädel in Halmstadt oder West-Hartlepool. So gingen die Jahre dahin, aber geheiratet habe ich dann woanders. Unser Slogan hieß aber immer *Ich will nach Halmstadt zurück* Irgendwann wurde dann auch noch ein Lied daraus.                                                                                     Am 13.04.2011 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

12. Fischkutter: HF 462 Katherine

Zwischenzeitlich fuhr ich auf einem Fischkutter von Hamburg- Finkenwerder, HF. 462 Katherine. Eigner: Heinz Lieb aus Finkenwerder und Hinr.Martin Heinrich. Erbaut 1947 bei der OEW in Hamburg. Unterscheidungs-Signal: DGTF; BRT:65,58 und nach der Verlängerung 81,96 BRT, Länge: 19,21m nach der Verlängerung 23,20m; 1996 nach Bremerhaven verkauft als ODIN III, Heimathafen Hamburg-Finkenwerder.                                                                                                                                                             Ich war hier als Netzmacher gemuster und bekam 13% vom Fanganteil (Markterlös). Wir waren vier Mann an Bord. Kapitän: Heinz Lieb, Steuermann: Rudi Lieb, der durch einen tragischen Unfall an Bord ums Leben kam, und dann noch ein Matrose, Name: habe ich leider vergessen, und ich als Netzmacher. Ich hatte am 20.02.1969 auch einen schweren Unfall an Bord. Wir waren bei Windstärke 8-9 an der dänischen Küste Höhe Esbjerg und Limfjord am Fischen, mit dem Grundschleppnetz. Die See wurde immer höher und rauer. Heinz rief aus dem Brückenfenster heraus: ,,Hiev Up, dat ward to schlecht, dat Wedder". Wir hievten und verstauten allns, wat nich niet und nogelfast is. Das Netz war eingeholt und wir verarbeiteten den letzten Fisch vom Hol. Schollen, Kabeljau, Steinbutt und Zunge, Taschenkrebse, hatten auch mal einen Hummer (aber der verschwand gleich), selbst Scharben waren drin. Das ist eine Abart von Schollen mit rauer Oberfläche (Habe ich nie gemocht). Aber viele haben da Finkenwerder Speck von gemacht. So, nun aber weiter im Text. Wie ich da nun am Schlachten war, mit dem Gesicht zur Brücke, ich schaute in dem Moment zur Backbordseite. Da sah ich eine Wasserwand (Welle) auf mich zu kommen und dann klaschte es auch schon an Deck. Ich schlug auf einen Schott, welches eingesetzt war, an Deck. Der Schott dient als Aufang für die Fische. Bei mir war das mittlere Nasenstück zur Seite geschoben. Es saß unter dem Auge. Ich war bei Bewusstsein und stand wieder auf. Ich schaute den Kapitän an, der mich aus dem Brückenfenster ansah. Der mußte erst einmal heftig Lachen, obwohl mir da nicht zumute war, denn ich schaute ihn an und die Nase zeigte zur See (Muss aber auch ulkig ausgesehen haben). Nun suchte ich mit meinen jetzt langsam beginnenden Schmerzen auch noch seinen Bruder. Dann sah ich Seestiefel da stehen. Siehe da, der Kleine war unter die erhöhte Winsch, durch den Druck des Wassers, gerutscht. Ich zog ihn aber noch raus und ging dann mehr taumelnd nach achtern, unter Deck. Ich versuchte die Seestiefel und das Ölzeug auszuziehen. Heinz holte sich über UKW Kanal ärztlichen Rat, und ich bekam erst einmal Morphium. Ich muss in der Koje eingeschlafen sein, denn es wurde alles verstaut, und wir dampften Richtung Helgoland. Dort wurde ich dann stationär in der Paracelsius-Klinik aufgenommen. Es war im Februar und ich hatte ein geschwollenes Gesicht, sowie die Nase, und alles was dazugehörte. Eine sehr nette Schwester aus Würzburg munterte mich immer wieder auf. Meine See- und Küstengeschichten waren für die Schwester sehr interessant. Sie hörte gerne zu. Wir waren auch zusammen ausgegangen auf Helgoland, nachdem alles ein wenig besser aussah, im Gesicht. Es war auch eine schöne Zeit in meinem Leben. Leider, wie so oft, verloren wir uns aus den Augen. Im Jahre 2006 wurde die Nase fachmännisch operiert und hergerichtet. Dies geschah in der Heidberg-Klinik in Hamburg. So lange lief ich mit dem krummen Ding herum.                                         Am 01.01.2011 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

13. MS ATLANTIS

ex MARIANNE V / ex VESPA I, Baujahr: 15.10.1955; Heimathafen: Stade, Reeder: Gustav Krönke & Tom Wörden, Gräpel, Stade (Drochtersen), Unterscheidungs-Signal: DFTQ; BRT: 422,05 und 499; tdw: 740 und 905; NRT: 183 und 282; Länge: 48,97m nach der Verlängerung im September 1968: 56,67m; Breite: 8,83m; Tiefgang: 3,90m; Knoten: 9,5 Seemeilen; Stader Schiffswerft GmbH, Stade, Bau-Nr. 171. 1972 an Dora Krönke, 1973 an Mgr. Heinrich Nagel, 1974 verkauft an die Karavostasi Shipping & Co.Ltd. Limassol (Cypern), neuer Name MARIANNE V. 1984 an Vespa Nav Ltd. Valetta (MLT) Mgr.Volkmar Bäume, umbenannt in VESPA I. Am 05.03.1986 in Rotterdam aufgelegt, und am 01.10.1987 nach Gent, zum Abbruch.

Unter Kapitän Jan Ruinis, da waren auch ein Kapitän Clemens und der Steuermann Haagenah, fuhr ich ca. 11 Monate als Kochsmaat, wurde dann umgemustert als Koch. Es war eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit an Bord. Einmal fischten wir im Kattegatt ein schwedisches Ehepaar mit ihrer kleinen Tochter auf, und brachten sie nach Halmstadt. Was war das für ein Empfang, als wir einliefen. Alles Menschen, und die Presse, aber für uns war es ja normal, dass man hilft. Ich hatte mich dann auch in Halmstadt irgendwann verliebt. In England kaufte ich die Verlobungsringe. Als wir dann in Halmstadt einliefen und ich mit ihr in die Stadt ging, bei der Brücke über der Järn, steckte ich ihr dann den Ring auf. Wir waren viele Monate zusammen, aber als die kleine Rosemarie Jansson mich dann fragte, ob ich sie Heiraten möchte, fühlte ich mich doch noch ein wenig zu jung. Das war mir nicht geheuer, so habe ich dann ganz schnell auf ein anderes Schiff der Reederei angemustert. Das hätte ich man nicht tun sollen, denn das, was ich damals mit einem netten Mädel aus Schweden gemacht habe, beschäftigt mich noch heute, obwohl ich fast 60 Jahre alt bin. Einmal war ich mit meiner jetzigen Frau und unseren beiden Kindern 1990 in Südschweden in Urlaub. Wir sind durch Halmstadt gefahren und haben Ausschau nach Ihr gehalten. Sogar meine Frau hat mitgesucht. Ob Rosemarie auch so denkt und noch wartet? Wir, von den Schiffen der Reederei Gustav Krönke, unser Kapitän Harry Nagel und später Reeder aus Drochtersen, hatten sehr guten Kontakt zu den Menschen in der Stadt. Selbst die Geschäftsleute kannte man, und grüßte sich. Es wurden Partys gefeiert und wir gingen zusammen zu den Vergnügungsstränden (Österstranden und Tylösand, war ein bisschen weiter weg). Man hatte sehr tollen Kontakt zu deutschen Familien wie z. B.: Richard Lipinski und die Tochter Eva. Die kamen oft an Bord zu einem Snack. Zu einem Friseursalon hatten wir auch sehr guten Kontakt, denn dort lernte meine Verlobte Friseurin. Es kamen von dort alle Mädels an Bord, und es wurde gefeiert. Es blieb aber alles im Guten, denn wir waren wie eine große Familie. Wenn wir im Hafen lagen, kam der Matrose, man nannte ihn Robby, der Akordionspieler, und wir saßen hinten an Deck. Er spielte Akordion, sein erstes Lied, wo wir alle mitsangen, hieß ,,Hein spielt abends so gern unterm Schlüpfer bei Ihr", und danach kam ,,Eisgekühlte Coca Cola". Einmal feierten wir auch Sylvester in Halmstadt, an einem großen, runden Tisch, in einem Cafe. Dort waren wir öfter. Knaller und Kanonenschläge hatten wir von England und Dänemark mitgebracht. Wir nun hinein zum Feiern, Wolfgang B. fing zuerst an zu ballern, alles lachte und freute sich. Wir warfen einige Böller unter den Tisch, so dass der ganze Teppich verbrannte. Das aber machte den Besitzern nichts aus. Wir hatten später zusammengelegt und die Rechnung für den Schaden bezahlt. Getrunken hatten wir meist Coca Cola, aber den Dreistern, Wodka oder Gin hatten wir in der Jackentasche innen versteckt. Natürlich in kleineren Flaschen. Wenn man in Schweden in einem Restaurant essen ging, mußte man erst essen und dann bekam man auch einen Bacardi Cola oder ähnliches. Der war aber nicht billig.

61 Stück Osterglocken aus der Churchstreet hatten es mir angetan.

Wir machten eine Reise nach Great Yarmouth in England. Es war Ostern, und wir lagen das ganze Wochenende im Hafen. Zu Dritt gingen wir an Land in ein PUB. Als dann Time Please war, hatten wir schon ordentlich einen im Tee. Ich sah auf dem Nachhauseweg, wir gingen die Churchstreet entlang, die vielen Osterglocken dort im großen Beet blühen. Da wir ja Ostern hatten, dachte ich so bei mir, wäre es schön, wenn morgen früh in den Messen ein Strauß Blumen auf den Tisch steht. Das muss ja schön aussehen. Das hatte ich den zwei anderen vom Schiff auch so erzählt. Gesagt, getan, wir gingen in die Beete und pflückten Osterglocken mit Stiel. Ich hatte 61 Stück und die anderen, das wusste ich nicht genau. Na ja, jedenfalls, auf den Weg zum Dock überquerten wir eine Brücke. Ich ging auf der linken Seite und die anderen zwei auf der rechten Seite. Die beiden wurden durch Bobbys angehalten, und ich rief, was ist denn da los. Aber anstatt dessen, das ich nun meine Osterglocken in den River werfe, nein, dafür waren die ja zu frisch. Ich stolzierte nun in Richtung Bobbys und meinen Kameraden von Bord. Da nahmen die mich doch glatt fest, und so mußte ich mit auf die Wache. Nun war ausschlafen angesagt. Morgens gab es dann noch Eier mit Schinken (Ham & Egg) und Kaffee. Um 10 Uhr waren wir auf einer erhöhten Kanzel im Gerichtsaal. Unten vorne, die Richter, mit so komischen Haaren (Perücke). Doch was sah ich dann da im Saal? Da war unser Kapitän J.Ruinys in der Menge mit dem Makler (unsere Rettung). Dann wurde gerichtet, aber verstanden habe ich ja sowie nicht viel, denn mein Englisch ist nicht so gut. Aber als das Urteil kam, das habe ich dann doch verstanden. 11 Pound and 60 Pents, für jeden. Das war ja viel Geld damals. Dann kam die Erlösung, unser Kapitän Herr J.J.Ruinys hat uns dann ausgelöst. Noch heute fallen mir diese kleinen Schandtaten ein und deshalb schreibe ich sie jetzt auch auf.                                                                         Die Deckslaststützen bestanden aus Eisenbahnschinen die hielten wenigstens, besser als Holz und blieben meistens dran.
Einige die auf der MS Atlantis gefahren sind: Erich Pohlmann, Kapitän, Horst Jäckel, Matrose ?, Hermann Feller, Steuermann, Günther Grünberg, Helmut Wolf, Jürgen Fröhnert, Hilmar Büsing (Spitzname Benjamin), Werner Wiese, Koch, Hans-Jürgen Fischer, Koch, Eduardo da Silva, Matrose (Portugiese), Axel Sievers, Jungmann, Jan Jörgis Ruinys, Kapitän, Clemens, Kapitän, Helmut Behrens, Matrose, Haagenah, Steuermann und Leichtmatrose mit Spitzname Robby, Wolfgang Berger, Matrose.                                                                                                                                                     Stolz fuhren wir mit dem Wappen am Bug mit der MS Hanngrid und der MS Atlantis, sowie die MS Gerfried (die auch meistens von Halmstadt aus fuhr). von Drochtersen an der Unterelbe bei Wischhafen und Krautsand und fuhren damit in die Welt hinaus, wenn wir auch nur die Nord und Ostsee befuhren wurden wir doch sehr oft gefragt wo denn die Stadt STADE liegt, denn das war unser Heimathafen am Heck des Schiffes. Ja wir Halmstadtfahrer waren Stolz auf Halmstadt und unsere Schiffe. Da wir sehr selten nach Deutschland kamen, höchsten mal in die Werft aber einmal waren wir in Göteborg in Schweden in der Werft. Macht aber garnichts den die meisten von uns hatten ein Mädel in Halmstadt oder West-Hartlepool. So gingen die Jahre dahin aber geheiratet habe ich dann woanders. Unser Slogan hieß aber immer *Ich will nach Halmstadt zurück* Irgendwann wurde dann auch noch ein Lied daraus.                                                                                     Am 28.01.2009 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

14. HERMOD SG 2

Motor -Logger der Glückstädter Heringsfischerei, Baujahr: 30.04.1957, Bauwerft: Schulte & Bruns Emden; Unterscheidungs-Signal: DIZG; BRT: 299,82; Länge: 38,8m; Breite: 7,7m; Tiefe: 2,5m; Knoten: 10; NRT: 1500 Kantjes. 1971 übernommen von der Glückstädter Heringsfischerei, Immobilien & Bau GmbH, 1980 abgewrackt.

Unter Kapitän Jürgens und Steuermann Heinze (sehr nette Menschen), bin ich im Mai 1970, mit einem sehr guten Freund (Matrosen), an Bord des Motor Logger HERMOD SG-2, angeheuert worden. Der gute Freund Wilfried, fuhr schon des Öfteren auf den Loggern. Das war so üblich, denn er kam aus der Gegend bei Hannover, aus Lindhorst. Wilfried Neumann, so hieß der gute Freund, war eine Zeit mein angehender Schwager. Wir hielten uns in der Nähe von Itzehoe, in den Dörfern Rethwisch und Lägerdorf auf. Dort wohnten viele von der Fischerei, es war immer etwas los in der Gegend. Um einige Leute zu nennen wie z. B.: Hermann Panje, Klaus-Dieter Meyer, die Broskas, Wilfried und Familie Steffens und viele andere. Wir hatten kein Schiff und auch noch keine Lust wieder zu fahren. Die letzte Heuer war noch nicht verprasst. Es wurde aber immer weniger, dann kam die jährlich wiederkehrende Heringszeit. Viele Leute aus dem Umland von Hannover strömten wieder in die Loggerfischerei. Wir fuhren nach Glückstadt an der Unterelbe, gingen in das Kontor der Heringsfischerei, und fragten, ob wir mitfahren durften. Es hieß: Aber natürlich. Mensch, so freundlich bin ich ja noch nie aufgenommen worden. Ich wollte eigentlich als Koch fahren, wurde aber einfach als Matrose gemustert. Ich, Koch Fischer, ein Matrose? Nun hatte ich auch noch diesen Titel in der Christlichen Seefahrt. Aber es war wohl besser so, denn die Masse an Essen und die Abwechslung, wie in der Kümo- und Großen Fahrt gab es dort nicht. Kaffee und Zucker, Milch, Tee und solche Extras mußte man in der Fischerei selbst bezahlen. Bei mir wäre der Proviant wohl nach 14 Tagen schon alle, denn wir waren zu der Zeit ca. 4 Wochen auf See zum Fischfang. Wir fischten erst in der Nordsee, bei der Doggerbank. Dort war nicht viel Hering und wir dampften weiter durch den englischen Kanal, fuhren um Lands-End (kann sehr stürmisch dort sein) hinein in die Irische See und fischten dort Hering. Ich hatte den Job immer "Hol an" zu sagen. Das sag ich heute auch noch öfter mal. Ist wohl bei mir hängen geblieben. Das hieß: Die Heringe, die gerade im Hol waren, erst einmal in einer Luke verschwanden, wurden von Wilfried, meinem Freund, mit einem großen Kescher herausgeholt und dann immer in einem Korb, der zwischen den Beinen der anderen Matrosen stand, hineingetan. Davor stand ein zweiter Korb, denn die Heringe wurden dann gekehlt und in den zweiten Korb geworfen. Wenn ich sah, dass ein Korb voll war, kam ich ins Spiel. Ich rief ,,Hol an", und ich konnte dann den vollen Korb mit einem leeren Korb austauschen. Ich hatte ganz schön was zu tun, und meine Muckis wurden immer stabiler und fester. Ist ja auch eine ganz andere Arbeit als kochen. Denn auf der Bank, so sagte man zu den selbstgebauten Sitzplätzen auf See, saßen ca 10-12 Mann. Ich hatte dann die Aufgabe, den Korb mit den gekillten Heringen in eine Kiepe zu kippen. Hier stand der Steuermann und tat, wenn ich mich nicht täuschte, drei Schaufeln Salz drauf. Er rührte und mischte das Salz unter die Heringe. Dann kamen diese in ein Fass, bis es voll war, aber immer ein wenig mehr. Die Fässer (auch Kantjes genannt), blieben dann bis zum nächsten morgen an Deck. Denn sie sackten noch nach. Am nächsten morgen wurden diese dann mit einem Deckel und einem Eisenring versehen, zugetrieben und mit eigenem Geschirr unter Deck verstaut. So fischten wir, bis wir ca. 1300 - 1500 Kantjes hatten. Denn auch hier war die Bezahlung nach Prozente vom Fanganteil. Nach ca 4 Wochen hievten wir das letzte Mal, verstauten die Netze, reinigten das Schiff, und gingen auf Heimreise. Es gab viel Fisch zu essen. Ich wurde des Öfteren schon gefragt, ob mir schon Kiemen wachsen. Denn ich bin am Fischmarkt großgeworden, und fuhr dann auch noch in der Hochseefischerei. Eins muss ich noch erwähnen. Das Brot wurde hinter der Brücke, hinterm Schonstein in einem Holzschapp an Deck bei Salzluft, mit etwas Maschinenqualm gelagert. Das war nach zwei Wochen schon sehr hart, aber wir hatten ja noch gute Zähne in den jungen Jahren. Früher waren wir noch jung und hübsch, heute sind wir nur noch "und". Ab und zu kam über Seefunk die Order, auch Makrelen zu behalten und so und soviel Korb mitzubringen. Die wurden dann zum Räuchern genommen, das nannte man dann Frischfisch auf Eis. Wenn aber Hunderte von Makrelen statt Heringe im Netz waren, denn das konnte der Fischanzeiger noch nicht anzeigen, dann wurde er einfach wieder über Bord gespült. Auf anderen großen Fabrikschiffen wurde daraus dann Fischmehl und Tran gemacht. Wenn man bedenkt, was heute der Fisch wert ist, darf man an diese Zeit nicht zurückdenken. Wir konnten uns auch einmal auf der Heimreise richtig waschen, denn dazu hatte man nicht viel Zeit. Vom Wasser zum waschen war auch nicht viel vorhanden auf dem kleinen Logger mit 22-Mann Besatzung. Als wir in dem schönen Elbehafen Glückstadt ankamen, wurde erst einmal am Kai gelöscht. Das mußten die Leute vom Schiff auch noch machen. Erst danach gab es die Heuer und die Prozente vom Fangerlös. Dann ging es hinein in das Nachtleben von Glückstadt. Damals war da noch richtig etwas los in -Lucky Town-. Eine Wirtin hieß, glaube ich, Zum schlappen Titt. Die war sehr nett und hatte immer ein offenes Ohr für uns. Wir gingen auch des Öfteren ins Glückstädter Freibad. Das war ein gutes Bad und es hat Spaß gemacht. Mit den damals dort stationierten Mariners hatten wir uns auch des Öfteren in die Wolle bekommen. Wir hatten immer bis kurz vor 22 Uhr gewartet, denn dann waren es nicht mehr so viele und wir hatten Oberwasser. Wenn sie dann am nächsten Abend mit Verstärkung wieder kamen, waren wir schon wieder auf Fangreise. Dann war dafür aber die nächste Besatzung eines Heringsloggers dran. Wir, in der Frachtschifffahrt, erzählten immer viel aus Spaß, wenn man gefragt wurde, wo fährst denn Du?! Ich fahre Linien-Fahrt „Port of Wisch - Lucky Town". Ich fuhr auf diesem Logger drei Reisen mit, geschadet hat es nicht, denn man lernte wieder anderes dazu. Wenn dann mal einer aus der Fischerei auf einem Kümo anmusterte, hatte ich ja schon genug Material gesammelt und konnte mitsnacken. Ich hatte viel gelernt, z. B.: wie man Netze macht (Knübben), Spleißen und Fische verarbeiten. Ich habe mir vieles abgeschaut, vor allem Knoten, denn dieses Handwerk konnte ich an Land gut in der Baubrache und im Garten- und Landschaftsbau gebrauchen. Am 06.08.1970 fing ich dann wieder als Koch auf der MS FRIEDA GRAEBE an. Mein Freund, der Matrose Wilfried Neumann, kam gleich mit.                                                                                                                                                           Am 13.04.2009 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

15. MS FRIEDA GRAEBE

Rederei: Günther Graebe: Baujahr: 30.07.1966 Sietas Werft, Unterscheidungs-Signal: DAPK, Heimathafen Hamburg-BRT: 499, GT: 1064, dwt: 1196, Länge:6838 m, Breite: 10,44m; Höhe: 6,25 m, Tiefe: 3,93m, Knoten: 11,50; IMO: Nr. 6617855, 1990 als MS NADINE; Eigner: Ditmar Grotmann HH, MS RAGNA; J.Fromman KG.Hamburg, MS TILLA; J.Ohle-Hamburg, MS SÜDERELV Operator RMS Mistral  Shipping, Lübeck, unter der Flagge Antigua & Barbuda als MS MISTRAL.                                                    Gebaut für die Reederei Günter Graebe, Hamburg. 1973 an die Reederei Jürgen Frommann KG, Hamburg neuem Namen MS SÜDERELV, Mai 1978 an den Reeder und Eigner Willi Hagenah, Jork mit Heimathafen Hamburg. Umbenannt in MS TILLA am 03.08.1983 in Rotterdam und am 30.08.1983 von der HASPA an die Kette gelegt, am 28.09.1983 für ca. 80.0000 DM versteigert an den Reeder Jürgen Ohle aus Drochtersen, mit Heimathafen  Hamburg, Neuer Name MS RAGNA. 1986 Ausflaggung nach Honduras (HND), dann 1988 nach Antigua (ATG). Am 27.11.1990 in Hamburg-Neuenfelde an den Reeder Dietmar Grothmann aus Hamburg (ATG) übergeben und neuer Name MS NADINE. 1994 neu vermessen: 1064 BRZ / 503 NRZ; 62,26m x 10,50m x 6,25m x 3,96 m, war 1995 diese Schiff  noch in Fahrt. Im Jahr 1970 fuhr ich als Koch auf der FRIEDA GRAEBE unter Kapitän E. Markuse. Die Reederei selbst war sehr gut und es machte viel Spaß bei dieser Reederei zu fahren. Wir fuhren in der Nord- und Ostsee, wie üblich natürlich Finnland, Dänemark, Schweden, Deutschland, Polen, Irland, Belgien, Niederlande, England und so weiter. Wir hatten verschiedene Nationen an Bord.  Einmal, wir waren gerade Höhe Esbjerg, da  wurde der Kapitän, der gerade an Bord war, krank. Nierenkolik oder Blinddarm, so genau weiß ich es nicht mehr. Der Steuerman sprach über UKW, die dafür vorgesehenen Rettungsstationen an. Es kam ein Rettungshubschrauber, der zwei Rettungstaucher mit einem Schlauchboot absetzte. Wir hatten den Kapitän auf eine Trage mit langen Tampen links und rechts festgemacht und über die Reeling gehievt, und erst einmal festgehalten. Das Schiff ging in der Dünung auf und nieder. Dann war, nach langer Zeit, unten an der Bordwand das Schlauchboot zu sehen. Wir mußten den genauen Zeitpunkt abpassen. Das machten der Matrose und ich. Der Steuermann war ja auf der Brücke. Als dann das Schlauchboot wieder einmal an der Bordwand hochkam, riefen wir: „fieren“, und die Trage mit dem Kapitän ging nach unten. Gleichzeitig kam das Schlauchboot höher, und es klappte, den Kapitän nebst Trage ins Boot zu geben. Das ging fix bei den Rettungsmännern. Dann trieben sie ab und wir sahen, wie der Hubschrauber den Kapitän samt Trage an Bord hievte, danach auch die Rettungsschwimmer, dann ging es ab nach Dänemark. Irgendwie tat mir der Kapitän leid. Ich  habe ihn nie wieder gesehen, bin aber noch weiter bei der Reederei Graebe gefahren. Aber erstmal fuhren wir weiter ohne Kapitän, bis zum Bestimmungshafen Aalborg im Limfjord (Dänemark). Hier machte sich das gelernte Fahren wieder bemerkbar, denn ich ging mit dem Matrosen Wache, denn der Stürmann mußte ja auch mal schlafen.                                                             Am 27.01.2009 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

 

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