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Zusatz TMS Essberger Chemist

Der Chemikalien Tanker TMS Essberger Chemist, auf dem ich vom 07.07.1965 - 22.02.1966 gefahren bin, läuft am 12.01.1954 mit der Baunummer 661 bei der Deutschen Werft in Hamburg Finkenwerder, für die bekannte Reederei John T. Essberger mit 18.390 tdw, vom Stapel.        Das Schiff hat die Maße: Länge: 177,19m; Breite: 21,95m; 11,53m Höhe; der Tiefgang beträgt: 9,22m. Das Schiff, mit einer Geschwindigkeit von 14 Knoten und einer Besatzungsstärke von 46 Mann, wurde dann am 03.03.1954 an die Reederei abgeliefert. Es wurde danach für den Rohöltransport, für die Amerikanische Vaccum Oil AG (Mobil) eingesetzt (verchartert).          1964 wurde die Wilhelmine Essberger in Emden bei den Nordseewerken zum Chemikalientanker umgebaut. Mit der Wiederindienststellung, im Juni 1964, fuhr dann dieses Schiff als Chemikalientanker, unter dem neuen Namen TMS Essberger Chemist. Danach fuhr ich auf diesem Schiff (1965).                                                                                               Funkoffizier: Hilbig, Elektriker: ?, Logisjunge: H-J.Fischer.

Explosion auf TMS ESSBERGER CHEMIST

Eines der schwersten Schiffsschicksale und Tragödie für die Reederei Essberger und der Deutschen Seeschifffahrt ereignete sich am 02. Juni 1967.                                                    Um etwa 10 Uhr, zum Teatime in der Frühe, gab es zwei Mal nacheinander eine heftige Explosion, die das Schiff erschütterten, die fürchterlich waren. Es geschah unweit der Azoren-Insel San Miguel. Die Decksbesatzung und der Rest der Besatzung waren zu diesem Zeitpunkt in den Messen zum Teatime oder auf der Brücke, vorne und auch achtern in der Maschine. Malerarbeiten auf den Tankdecks achtern waren wohl der Auslöser dieser Explosionen. Hier war zum Zeitpunkt die Teepause der Seeleute. Das Glück, dass niemand zu Schaden kam. Nach den Explosionen entwickelte sich soviel Qualm, das man zuerst die Mittschiffsaufbauten nicht klar erkennen konnte. Da man nicht gleich wusste, was überhaupt geschehen war, wurden die Boote klargemacht und zu Wasser gelassen. Der Funker bekam Order, unverzüglich SOS über den Sender zu senden, danach wurde die Funkanlage des Funkraumes auf Dauerton geschaltet, damit die Essberger Chemist angepeilt werden konnte. Als sich endlich der Qualm verzogen hatte, sah man die Dilemma. Das Schiff war in zwei Teile zerrissen. Das Innendeck, wo die inneren Tanks waren, ich meine das Deck zwischen Achtern und den Mittschiffsaufbauten, war total weggerissen. In den vorderen Aufbauten waren riesige Löcher zu sehen. Um ca 11 Uhr morgens waren dann auch alle 46 Mann Besatzung in den Rettungsbooten nahezu unverletzt. Es ist schon ein Wunder, das hier bei diesem Schiffsunglück keiner zu Schaden kam. Man fuhr aus dem Gefahrenbereich heraus. Um ca 14 Uhr kam das erste Suchflugzeug. Es warf Rettungsinseln ab, Marinetaucher sprangen und stellten eine Funkverbindung her. Zwei Hochseeschlepper wurden zur Hilfestellung angefordert. Ein Norwegisches Motorschiff erschien um ca 19 Uhr und nahm 40 Mann der Besatzung auf. Die letzten 6 Mann der Besatzung wurden von einem der Bergungsschlepper aufgenommen.

Das Achterschiff der Essberger Chemist wurde von einem Bergungsschlepper nach Ponta Delgado, der Portugiesischen Inselgruppe der Azoren, eingeschleppt.

Das Vorschiff des Chemietankers TMS Essberger Chemist, das noch mit ca. 1700 t gefährlicher Chemikalienladung beladen war, wurde vom Hafenkapitän am einlaufen gehindert und verweigert. Danach hatten es zwei englische Kriegsschiffe, das U-Boot Dreadnought und die Fregatte HMS Salisbury mit Torpedoübungen versenkt. Das Achterschiff wurde am 27.08.1967 dann zum Abbruch nach Spanien Castellon geschleppt. Man nennt es auch Verschrottung.

Kleines Erlebnis auf der TMS Essberger Chemist, ein Tanker der Reederei John T. Essberger aus Hamburg-Altona.                                                                                                         Als ich auf der Essberger Chemist als Junge einstieg (anmusterte), hatte ich noch ein Erlebnis mit Kakerlaken, diese kleinen, die Tropischen sind größer. In der Schiffswerft in Hamburg, gingen Arbeiter herum und schmierten und spritzten alle Löcher und Ritzen dicht, wo Tierchen dieser Art herausschauen konnten. Aber als wir den Ärmelkanal verließen, hinein in die Biskaya, und das Klima immer wärmer wurde, da kamen sie heraus, als wäre nichts geschehen. Ich möchte nicht wissen, was diese nachts in der Pantry, Küche, Messen oder Proviantraum machten. Denn es lagen immer irgendwo ein paar Krümel herum. Komisch, in den Tropen wurden diese immer größer. Oben auf den Decks, wo es Planken gab, wurden sogar Wettrennen mit Ihnen veranstaltet. Meine kleine Kakerlake hieß immer Heinzi. Und Heinzi wurde immer schneller, sonst wurde er einfach ausgetauscht, denn es gab ja genug davon. Das waren so die Spiele der Seeleute in der Freizeit. Irgendwie musste man ja die Zeit rumkriegen. Wenn man ausversehen auf diese Dinger drauftrat, machte es richtig Knack.                                                              Am 10.11.2012 geschrieben copyright by Hans-Jürgen Fischer

 

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