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Hans-Jürgen Fischer - der Seemann - mein Lebenslauf

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Ich, Hans-Jürgen, bin am 12.08.1949 in der Siebenbrüderweide in Hamburg-Wilhelmsburg als fünfter Sohn eines Fischhändlers zur Welt gekommen. Bin also so alt wie die Bundesrepublik Deutschland ist und war auch fast immer im Norden geblieben.

Berge und Täler kenne ich nicht, genauso kenne ich die Hauptstadt Berlin nicht, aber muß man sie kennen?

Dafür habe ich ja vieles Schönes von der Welt gesehen, welches ja schon als kleine Lebensgeschichte zählt.

1965 bin ich zur See gefahren. Angefangen habe ich als Kochsjunge, Kochsmaat, Schlachterkochsmaat. Wurde dann umgemustert als Koch (danach nur noch als Alleinkoch). Weiter bin ich gefahren als Decksmann und Netzmacher, von 1965 bis 1978.

Am 29.03.1965 bin ich von meinem Vater auf dem Küstenmotorschiff MS RITA M als Kochsjunge vermittelt worden. Wie ich später dann herausbekam, hatte mein Vater für mich noch 100,00 DM bekommen. Der Eigner und Reeder war Joh. Heinr. Marx und das Schiff hatte 147,15 BRT, Heimathafen war Hamburg, wo ich auch Stolz drauf war. Es war eigentlich eine schöne Anfangszeit bei der christlichen Seefahrt. Arbeiten musste ich ja mit an Deck, weil die Frau vom Reeder mitfuhr und kochte.

Das Schiff hatte eine Maschine und sogar noch Segel. Die Maschine, ca 6,5 Meilen und bei guten Wind mit Segel ca 7 - 9,5 Meilen. Was für ein Schiff, wir hatten immer schöne kleine Häfen, wo heute keiner von den heutigen "Pötten" mehr hinkommt.

Nun ein wenig über die Legende des Schiffes. Das habe ich vor ca 1,5 Jahren herausbekommen. Die ,,HERBERT" mit dem Rufzeichen: DGPO, BRT:119, Länge: 30,71m, Breite 5,53m, Höhe 2,20m, PS 115 und Knoten ca 7, war ein ex Binnenschiff von der Werft R. Holtz in Hamburg, wurde abgeliefert 1928. Am 9.01.1934 als ,,HERBERT" von dem Reeder: J. Amandus Sumfleth, Hamburg, registriert, umgebaut und verlängert im Oktober 1936. Im April 1937 kam der o. a. Motor zum Einbau.

Am 6.07.1949 wurde Herbert P. Sumfleth Miteigner, im September 1952 wurde das Schiff erhöht, nun 147 BRT / 85 NRT / 220 tdw, 30.96 x 5.53 x 2.58m. Am 30.08.1955 an Hans Fischer, am 19.9.1955 als MORIAN in Uetersen registriert. 1964 an Helene Fischer und 1965 an Hinrich Marx, Warstade, Heimathafen Hamburg, umbenannt in RITA M. Abgegeben 1969 an das Land Niedersachsen, Regierungspräsidium Stade. 1970 an H. Tiessen OHG. 1974 in Deutschland abgebrochen. Kapitän Heinrich Marx starb am 03.07.1968 im 59. Lebensjahr.

Ich hatte an Bord der RITA M einen Unfall und kam dann ins Krankenhaus in Hamburg. Danach bin ich bei der Reederei Essberger am 07.07.1965 gefahren. Ich war noch auf der alten TMS "Wilhelmine Essberger" (Chartername: TMS "Essberger Chemist"), fuhren zwischen den Staaten und Japan und waren lange fort von der Heimat. Mein Vater sagte noch zu mir, das ist ein feines Schiff.

Er brachte mich noch in die Werft, in der das Schiff lag. Und morgens waren wir dann schon auf See. Durch den Englischen Kanal, Biskaya, dann ins Mittelmeer hinein, durch den Suez- Kanal. Und wir waren für lange Zeit weg von Europa. Folgende Häfen sind wir eingelaufen, z. B.: Yokohama, Niigata und Kobe zurück nach Formosa (Kaoshiung), dann rüber nach San Francisco, Stokton und zurück durch den Panama in den Golf von Mexico. Dann noch nach Corpus Christy (Texas), Mobile (Alabama) und Baton Ruge, Colon, dann San Salvador (Acajutla) und viele andere Hafenstädte und Länder. Dann wieder zurück nach Japan, waren fast 30 Tage Seetoern. Die Heuer war perfekt, man hatte wieder Geld und dann aber an Land, zum ausgeben. Ich könnte ja weiter schreiben, aber sonst schreibe ich gar noch ein Buch. Auf alle Fälle war es eine sehr schöne Zeit bei der Reederei Essberger.

Aufgewachsen bin ich in der Großen Elbstraße 258a, gegenüber von dem Fischereihafenrestaurant Sellmer. Dort waren drei Wohnhäuser am Hang. Es war eigentlich eine sehr schöne Zeit am Hafen in Hamburg - Altona am Fischmarkt. Dort war immer etwas los, Langeweile gab es nicht für uns Kinder. Unter anderem fuhr ich in der Hochseefischerei und Küstenschifffahrt, meistens im Elbebereich. Zudem war ich auch bei der sehr bekannten VEGA - Reederei aus Hamburg auf folgenden Schiffen: MS "FRIEDEL" (1965 gefahren) und MS "UWE" (1966 gefahren) in der Koks- und Kiesfahrt, Mitte der sechziger Jahre. Wir bauten das Ostesperrwerk mit. Brachten dort Kies hin und holten von Hamburg am Kirchenpowerkai Koks für Dänemark mit Decksladung. Das waren noch schöne Zeiten.

Unter anderem fuhr ich auch bei dem Reeder Werner Bartels aus Hamburg Neuenfelde, der auch Werftkapitän war, bei der bekannten Schiffswerft J.J. Sietas. Dort war ich auf dem Küstenmotorschiff MS "LEDA" (1967 gefahren). Wir hatten mit dem Schiff eines der schönsten Fahrtgebiete, in den Fjorden Norwegens, was heute viele Touristen anzieht, die Hurtigruten. Wir sind in Charter für BDS-Bergen über 9 Monate gefahren.

Ich bin auch bei der Reederei Friedrich Fiege und Steuermann Haack auf der "TINA F" (1967) gefahren. Das Schiff wurde als "A. JÜNGERHANS" von der Lühring Werft Brake, Bj. 1961, 365 tdw/ 174 BRT gebaut. Der Eigner und Reeder war S. Jüngerhans aus Haren.

Hier eine kleine Chronik des Schiffes: Kümo "A. JÜNGERHANS", Länge: 35,23m, Breite: 7,28m, Tiefgang: 2,60m, 230 PS, 8 Knoten. Am 09.09.1961 war Stapellauf. Am 14.09.1961 von C. Lühring, Brake als "A. JÜNGERHANS" an Stephan Jüngerhans, Haren, abgeliefert. 1966 als "TINA F" an Friedrich Fiege, Krautsand, 1974 als "TINA S" an Gebrüder Steffens, Emden, 1975 verlängert und zum Tanker mit 194 BRT umgebaut. 1978 Heimathafen Bensersiel, 1990 an Bitunamel Feldmann, Lübeck, umbenannt "BITUNAMEL VI". 1997 als "ALLEGRO" an E. Rent Hav KB, Häslö, Schweden. 1997 an Jan M. Hogberg, Hassö Schweden. Neu vermessen, nun BRZ 202. Das Schiff war 2003 noch in Fahrt.

Und weitere Reedereien: Hochseefischerei Pickenpack aus Hamburg Altona von 1967 bis 1968, auf den Fangfabrikschiffen MS "Hans Pickenpack" und FMS "Julius Pickenpack" als Schlachterkochsmaat. Wir fischten bei Grönland, Labrador und Neufundland. Da waren die Büddels noch voll. Ich lernte auch die Hafenstädte von Grönland (Godab, Fähringerhaven und Holsteinboorg) kennen. Wir fischten auch Heering vor den französischen Inseln (St. Pirre et Migelon), waren dort auch an Land.

Bei der Reederei Gustav Kröhnke, Nachfolger Harry Nagel aus Drochtersen, fuhr ich auf der MS "ATLANTIS" (1969 bis 1970 als Koch) gleich zweimal hintereinander. Und auf der MS "Hanngrid" (1968 bis 1969 und 1971 als Koch) fuhr ich in der wunderschönen Halmstadtfahrt (Schweden). Das waren fast drei Jahre. Dort war ich sogar für ca. 2 Jahre verlobt. Kurz vor einer Hochzeit habe ich dann das Schiff sowie das Fahrtgebiet gewechselt.

Auch hatte ich zwei sehr schöne Schiffe der Reederei Günther Graebe aus Lübeck. Es waren die MS "Frieda Graebe" (1970 als Koch) und die MS "Kiefernberg" (1971 bis 1972 als Koch) von der Wewelsflether Schiffswerft, beides 499 BRT. Wir fuhren Papier, Zellulose und Schnittholz sowie Paketholz und viele verschiedene Schüttgüter, waren in der Nord- und Ostsee, im Finnischen Meerbusen und dem Englischen Kanal sowie der Irischen See unterwegs. Ich hatte auch des öfteren Passagiere mit auf diesen Schiffen. Die "Kiefernberg" war das erste Schiff einer Serie von der Peterswerft, wo die Aufbauten auf Puffer waren und somit war der Maschinenlärm und das vibrieren nicht mehr so stark wie bei den älteren Schiffen zu hören war. Ab und zu denke ich noch daran, den monotonen Deutzer Taktsong: Kartoffel, Kartoffel, Kartoffel. Es war aber trotzdem eine schöne Zeit.

Einmal wurde ich auch als Matrose auf einem Heeringslogger von der Glückstädter Heeringsfischerei gemustert. Der Logger hieß FMS "HERMOD" SG2 (1970 als Matrose), da war ich bestimmt Changheit worden und der Musterungsbeamte war wohl ein bißchen Duhn. Dort machte ich nun ein paar Reisen an Deck und kescherte Heeringe. Das hatte soviel Spass gemacht, dass ich von Hamburg- Finkenwerder aus gleich auf drei Fischkuttern fuhr. Auf der HF462 "Godenwind" (als Netzmacher 1975), HF551 "Nixe" (als Koch 1973) und HF462 "Katharine" (als Kochsmaat 1969).

Bei der Reederei Hermann Raap, Kolb & Raab, fuhr ich auf der MS "KORA", 499 BRT (1972 als Koch). Wir waren in Charter für Guinnes Bier in Dublin, immer Dublin und Weston Point Docks, ab und zu Liverpool (mit Guinnes Bier natürlich) und auf der MS "Seefalke" (1977) aus Wischhafen.

Weitere Reedereien, bei denen ich gefahren bin, waren: die Schleppreederei Bugsier aus Hamburg auf dem Bergungs- und Hafenschlepper "BUGSIER 15" (1972 als Koch). Jeden Tag die Elbe rauf und runter mit der Ködelschute nach Helgoland, da waren wir noch 7 bis 8 Mann auf diesen kleinen Schleppern.

Bei der Reederei Johannes Meyer aus Uetersen fuhr ich auf der "EDELGARD" (1973 als Koch).

Weiterhin bin ich bei der Reederei Gerd Koppelmann, aus Wedel, auf der alten MS "PATRIA" (1973 als Koch) und der neuen mit Charternamen MS "AMERICAN COMANCHE" (1977 als Koch) gefahren. Hier hatte ich gemerkt, dass eine neue Zeit der Seefahrt angefangen war, die Containerfahrt. Die ruhige alte Holzfahrt, jedes Brett einzeln verladen, diese schöne Zeit war vorbei.

Auch wenn wir bei Eis und Schnee in Finnland die Winschen an Deck mit Zündhütchen anschmeißen mußten, was manchmal sehr lange dauerte.

Bei der Reederei Max & Kurt Both aus Glückstadt, fuhr ich nacheinander auf zwei Schiffen. Der MS "Elbdeich" (1974 als Koch) und MS "Elbmarschen" (1974 als Koch).

Bei der Reederei W. Lührs in Wischhafen fuhr ich auf der MS "ARKTIS" (1975 bis 1976 als Koch). Wir fuhren in Charter für Geest Nordsee-Line (Holland) von Maasluis nach England, hin mit Gemüse und Käse sowie Fleisch und zurück Caravans. Ich war immer da, wo ich gebraucht wurde. Sollte mal kein Schiff da gewesen sein habe ich Schichten gekloppt bei den Hafenbetrieben HHLA, Stauerei Gerd Buss, Stauerei Tiedemann HBV, Stauerei Eckelmann und andere Betriebe des Hamburger Hafens. War sehr hart aber herzlich und Geld war immer gleich zur Hand. Man bekam zwei Schichten auf Pensum, und dann wurde alles in einer Schicht geschafft. Und schon hatten wir zwei Schichten auf den Zwetteln. Somit konnte das Schiff früher wieder losfahren.

Bei der Reederei Hans Heinrich Knüppel fuhr ich auf der MS ANNA KNÜPPEL (1976 als Alleinkoch). Das Schiff hatte 999 BRT.

Weiter fuhr ich bei dem Korrespondenzreeder H. Baumgarten auf der MS SEEFALKE (1977 als Koch).

Mein vorletztes Schiff war das Tankmotorschiff TMS OTTO (1977 bis 1978 als Koch) bei der Reederei Leth & Co. in Hamburg. Das Schiff hatte 1235 BRT.

Dann lernte ich 1978 bei einem Schneesturm und Urlaub meine jetzige Ehefrau kennen.

Tja das waren die goldenen 60iger und 70iger Jahre.

Nun bin ich schon lange (über 30 Jahre) an Land und pflege mein Hobby. Wohne nun im goldenen Viereck. >>Vorrut (vorraus) licht de Nord-Ostsee-Kanal auch Kaiser-Wilhelm-Kanal genannt.

Aan Stuerbord licht de Ostsee mit Kiel und Lübeck - aan Backbord licht Brunsbüttel, Glückstadt und de Elv (ELBE) und anner Sit Wischhoben (Wischhaven) - achter uns licht Hamburg, dat Tor för de Welt - wo alns begann.

Ich sammel Reedereitischflaggen, Schiffsfotos und Mützenflaggen, und alles aus dem maritimen Bereich, wie z. B.: etwas für die Vitrine, wie Geschirr, Muggen (Seemannstasse / Becher) und andere Utensilien zum reinstellen. Dafür benötige ich auch, wenn vorhanden, Schiffsdatenblätter, um auf dem neuesten Stand in der heutigen Seefahrt zu sein. Denn irgendwie ändert sich immer wieder etwas in der Schifffahrtsbranche, um die Schiffsfotos zuordnen zu können. Die Flaggen und Fotos werden archiviert, mit, wenn ich zusammen bekomme, alter und neuer Geschichte, alten und neuen Flaggen. Zum Teil sind die Reedereigeschichten hinter Glas gerahmt und hängen bei mir an der Wand.

Ich sammel alles, auch aus den Firmen, die irgend etwas mit der Schiffahrt zu tun haben.

Meine weiteren Hobbys waren mal: Buddelschiffe bauen, sowie Knotentafeln herstellen.

Es würde mich sehr freuen, meine Sammlungen mit einer Tischflagge und anderes Werbematerial von Ihrer Reederei / Firma oder Betrieb zu erweitern, der etwas mit der Schiffahrt zu tun hat.

Es kann auch eine alte große Hissflagge dabei sein, denn ich habe auch einen Flaggenmast im Vorgarten zur Straße hin.

Jeden Tag wird eine andere Reedereiflagge am Mast gehisst. Alte Fahrensmänner bleiben stehen, und es wird dann erst einmal geschnackt, von der guten alten Fahrenszeit.

 

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